Schulbarometer zeigt: Psychische Belastungen bei Kindern steigen erstmals seit Pandemie wieder merklich an

Nach einer vermeintlichen Atempause seit der Pandemie zeigt das Schulbarometer der Robert-Bosch-Stiftung alarmierende Ergebnisse: Die psychische Belastung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland nimmt wieder deutlich zu. 2025 fühlte sich ein Viertel der Schüler psychisch belastet, ein Anstieg von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders betroffen sind Kinder aus Familien mit geringem Einkommen, die überdurchschnittlich häufig von Stress, Leistungsdruck und Mobbing berichten.

Psychische Belastungen bei Kindern: Steigerung trotz scheinbarer Entspannung

Die jüngsten Daten verdeutlichen, dass die Phase der relativen Entspannung nach der Pandemie nicht von Dauer war. Schon im Verlauf der Pandemie hatte sich gezeigt, wie stark der Druck auf die psychische Gesundheit junger Menschen gewachsen war. Doch das Schulbarometer offenbart nun, dass die Belastung 2025 erneut gestiegen ist – von 21 auf 25 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler.

Besonders Kinder aus einkommensschwachen Haushalten sind stark betroffen: 31 Prozent von ihnen geben an, psychisch belastet zu sein, was auf soziale Ungleichheiten hinweist, die sich auf das Wohlbefinden auswirken. Fast die Hälfte der Schüler fühlt sich zudem durch hohen Leistungsdruck belastet, was sich auch an der Wochenendarbeit zeigt.

Wurzeln der Belastung: Leistungsdruck, Zukunftsängste und Mobbing

Der stetige Druck in der Schule ist nur eine Seite der Medaille. Das Schulbarometer nennt auch Ängste vor der eigenen Zukunft, globale Krisen und den leichteren Zugang zu belastenden Informationen in sozialen Netzwerken als wichtige Faktoren. Das Phänomen des Doomscrollings verstärkt den Stress, indem es junge Menschen kontinuierlich mit negativen Nachrichten konfrontiert.

Mobbing ist für viele Schüler ebenfalls ein Dauerthema: Ein Drittel der 11- bis 17-Jährigen erlebt mindestens einmal im Monat Schikanen. Besonders 14-Jährige sind mit 38 Prozent am häufigsten betroffen. Interessanterweise findet Mobbing häufiger im direkten Kontakt statt, tritt aber in Kombination mit Cybermobbing auf.

Solche Belastungssituationen führen nicht nur zu akutem Stress, sondern können langfristig das Selbstwertgefühl und die Lebensqualität beeinträchtigen. Fast ein Drittel der Kinder aus sozial schwächeren Schichten fühlt sich demnach auch schulisch schlechter eingebunden und berichtet von verminderter Lebensqualität.

Schule als Schlüssel zur Verbesserung der psychischen Gesundheit

Die Studie hebt hervor, dass gute Unterrichtsqualität essenziell ist, um das Wohlbefinden der Kinder zu fördern. Wenn Lehrkräfte unterstützen und gleichzeitig herausfordern, ohne zu überfordern, verbessert sich das psychische Klima merklich. Vertrauen in eigene schulische Fähigkeiten stärkt das Selbstbewusstsein und das allgemeine Wohlbefinden der Schüler.

Die Schüler wünschen sich außerdem mehr Mitbestimmung bei der Gestaltung ihres Schulalltags. 74 Prozent möchten stärker in die Auswahl von Unterrichtsinhalten und Bewertungsmaßstäben eingebunden werden. Dies zeigt, wie wichtig eine partizipative Atmosphäre ist, um die psychische Gesundheit zu stärken.

Diese Bedürfnislage fördert nicht nur das Engagement, sondern kann auch dazu beitragen, Stress abzubauen und die Schule als positiven Ort zu erleben. Doch um diese Ziele zu erreichen, braucht es gezielte Maßnahmen und die Anerkennung der Belastung, die Kinder und Jugendliche schon seit Jahren zunehmend erleben.

Das Schulbarometer macht damit erneut deutlich, dass Schule nicht nur Lernstätte, sondern zentraler Lebensraum ist. Die Herausforderungen für die psychische Gesundheit der jungen Generation sind vielseitig und komplex. Nur durch ein gemeinsames Vorgehen von Schulen, Eltern und Politik lässt sich die psychische Belastung wirksam reduzieren und die Zukunft der Kinder gesünder gestalten.

Wer sich über moderne Herausforderungen wie den Umgang mit digitalen Stressquellen informieren möchte, findet weiterführende Einblicke und Tipps in Artikeln wie „Erziehung im digitalen Zeitalter“ oder möchte mehr über politische Akteure erfahren, kann etwa Hintergründe zu Karl-Theodor Guttenberg nachlesen.