Der jüngste Korruptionsindex von Transparency International zeigt eine alarmierende globale Zunahme von Korruption. Politische Umbrüche und das Erstarken rechtsnationaler sowie populistischer Strömungen haben diesen Trend deutlich verstärkt. Überraschenderweise positioniert sich Deutschland 2026 im weltweiten Ranking auf Platz zehn – eine Verbesserung, die jedoch eher auf das schlechtere Abschneiden anderer Länder zurückzuführen ist.
Der Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) bewertet 182 Länder hinsichtlich der wahrgenommenen Korruption im öffentlichen Sektor. Dabei hält die Skala von null (hochgradig korrupt) bis 100 (praktisch korruptionsfrei) fest, wie Regierungen weltweit in Sachen Transparenz und Regierungsführung abschneiden. Dänemark führt erneut mit 89 Punkten die Spitze an, vor Finnland und Singapur. Ganz unten auf der Skala rangieren der Südsudan und Somalia mit jeweils neun Punkten.
Entwicklung und Herausforderungen der Korruptionsbekämpfung in Deutschland
Deutschland ist das einzige Land unter den Top Ten, das im Ranking nach oben geklettert ist. Doch der Grund dafür liegt nicht in einem sprunghaften Anstieg der Korruptionsbekämpfung, sondern darin, dass andere Länder, etwa Australien, Irland oder Uruguay, im weltweiten Vergleich weniger Vertrauen durch mehr Korruptionsfälle verloren haben.
Programme zur Stärkung der Rechtsstaatlichkeit und Maßnahmen zur Förderung von Transparenz und Kontrolle bleiben essenziell, um die Fortschritte nachhaltig zu sichern. Angesichts geplanter Bürokratieabbauten mahnen Experten zur Vorsicht, damit nicht wichtige Kontrollmechanismen gefährdet werden. Besonders im Kontext neuer Sondervermögen ist Transparenz entscheidend.
Globale Trends und ihre Auswirkungen auf den Korruptionsindex
Der Negativtrend bei der Korruption trifft nicht nur autoritäre Systeme, sondern auch Demokratien weltweit, in denen der Schutz gegen Korruption abgebaut wird. Alexandra Herzog von Transparency International Deutschland weist auf die Gefahren hin, die sich aus dem Erstarken rechtsextremer und populistischer Kräfte ergeben: Die Schutzmechanismen der Regierungsführung werden schwächer, was das Vertrauen in öffentliche Institutionen untergräbt.
Der globale Durchschnittswert des CPI ist auf 42 Punkte gesunken, der niedrigste seit mehr als einem Jahrzehnt. Vor zehn Jahren verfügten noch zwölf Länder über Werte über 80 Punkten – heute sind es nur noch fünf. Dieses Bild mahnt, die Korruptionsbekämpfung als Teil des Kampfes für stabile und transparente Gesellschaften zu verstehen.