Nachdem die atemberaubende Insel Capri im Mittelmeer jahrelang unter den Belastungen des Massentourismus gelitten hat, greift die Gemeinde nun zu drastischen Maßnahmen, um das Besucheraufkommen zu regulieren. Mit einer strengen Obergrenze für Besuchergruppen und einem neuen Konzept für das Besuchermanagement soll die Insel sowohl ihre natürliche Schönheit bewahren als auch den nachhaltigen Tourismus fördern.
Capri setzt klare Obergrenze für Besuchergruppen zur Tourismusbegrenzung
Im Sommer 2026 wird Capri eine Obergrenze von maximal 40 Personen pro Besuchergruppe einführen. Diese Maßnahme soll die Spazierwege auf der Insel entlasten, die unter dem täglichen Andrang von bis zu 50.000 Tagesgästen in der Hochsaison stark beansprucht werden. Die Begrenzung ist Teil einer umfassenden Strategie, die den Massentourismus eindämmen und den lokalen Bewohnern ihre Lebensqualität zurückgeben will.
Neue Regulierungen für Reiseleiter stärken umweltschonenden Tourismus
Eine weitere Innovation betrifft die Art und Weise, wie Reiseleiter ihre Gruppen führen: Ab 2026 müssen bei mehr als 20 Personen Headsets mit drahtloser Übertragung verwendet werden. Laute Lautsprecher und auffällige Erkennungszeichen wie Fahnen und Schirme sind damit verboten. Stattdessen erhalten Reiseleiter unauffällige Schildchen, die die Besuchergruppen dezent führen und somit den störenden Lärmpegel verringern.
Diese Neuerungen tragen erheblich zur Verbesserung des Besuchermanagements bei, indem sie nicht nur Lärmschutz fördern, sondern auch die Umwelt der Insel schützen.
Capri reduziert Massentourismus und setzt auf Qualität statt Quantität
Der Handelsverband Ascom Confcommercio Capri begrüßt die Maßnahmen ausdrücklich. Lorenzo Coppola, der Vorsitzende, sieht darin eine unverzichtbare Entlastung der meistfrequentierten Bereiche der Insel, die den Fußgängern endlich wieder mehr Platz bietet. Anstatt die Besucherströme unkontrolliert weiter zuzulassen, fokussiert Capri sich nun auf einen nachhaltigen Tourismus, bei dem Erlebnisqualität und Umweltschutz im Vordergrund stehen.
Herausforderung: Bis zu 50.000 Tagesgäste im Sommer bewältigen
Mit einer ständigen Einwohnerzahl von rund 13.000 Menschen und täglich bis zu 50.000 Besuchern während der Sommermonate schafft es Capri kaum, die enorme Belastung auf den schmalen Wegen und beliebten Sehenswürdigkeiten auszubalancieren. Das führt nicht nur zu Staus und Unmut, sondern auch zu einem erhöhten Druck auf die lokale Infrastruktur und die Natur.
Die Massentourismusbegrenzung auf Capri setzt hier an und zeigt beispielhaft, wie eine Mittelmeerinsel durch gezieltes Besuchermanagement und Umweltschutz nachhaltiger gestaltet werden kann.